Nur 30 Cent für ein Kind …

… retten sein Überleben im Libanon, Iran oder Jordanien. Das hat Entwicklungsminister Gerd Müller unter anderem im Interview des Spiegels* gesagt. Wir meinen: 30 Cent oder Hilfe, um Bildung oder eigene Arbeit zu ermöglichen.

„In Afrika liegen sechs der zehn am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften. Auf der anderen Seite gibt es unvorstellbaren Hunger und Elend“, sagt Müller und stellt fest: „Was fehlt, ist der Wille zu handeln. Brüssel muss Afrika endlich zur Jahrhundertaufgabe machen.“

Er will gegen die Ausbeutung von Menschen und Natur zumindest durch deutsche Unternehmen angehen („Marktwirtschaft muss sozial sein. Der freie Markt schafft das nicht“), muss dabei aber mit dem Wirtschafts- und Außenministerium zusammenarbeiten.

Unternehmen sollen aber in Afrika investieren, weil die „Dynamik der afrikanischen Volkswirtschaften … völlig unterschätzt“ werde. Zum Beispiel in Äthiopien, das „eine enorme Reformdynamik und acht Prozent Wirtschaftswachstum“ habe. „Ich habe dort Holzpflüge gesehen, die wie im 19., Jahrhundert von Ochsen gezogen wurden. Mit der richtigen Strategie könnte das Land schon in zehn Jahren zum bedeutenden Nahrungsmittelexporteur werden.“

Was schließen wir daraus? Auch die „kleine Münze“, also unsere konkrete Hilfe für Angola mit Material für Schule und Bildung, mit Material, um selbst Bekleidung oder Nahrungsmittel herzustellen, kann die Hilfe „von oben“ begleiten und ist der richtige Weg.

*Der SPIEGEL Nr. 28/2019 vom 6.7.2019, S. 28f.